Aleksandar Petrović – Gewinner des österreichischen Filmpreises „Romy“

13. Apr 2018 in 13:39

Der Spielfilm „Die Migrantigen“ wurde vor einer Woche mit dem prestigeträchtigen österreichischen Filmpreis „Romy“ in der Kategorie „Bestes Drehbuch Kinofilm“ ausgezeichnet. Drehbuchkoautor ist Aleksandar Petrović, der auch eine der beiden Hauptrollen spielt.

Foto: Screenshoot Youtube

Die Komödie „Die Migrantigen“ ist ein österreichischer Spielfilm aus dem Jahr 2017 des Regisseurs Arman T. Riahi, der zusammen mit den beiden Hauptdarstellern, Aleksandar Petrović und Faris Rahoma auch das Drehbuch schrieb. In einer der Rollen ist auch der, aus Bosnien-Herzegowina stammende, Schauspieler Zijah Sokolović zu sehen.

Der Film spielt im fiktiven Wiener Grätzel Rudolfsgrund und handelt von den zwei im Grunde perfekt integrierten Freunden Benny und Marko. So sehr integriert, dass sie kaum noch als fremd wahrgenommen werden – wären da nicht Bennys schwarze Haare. Die beiden Wiener mit Migrationshintergrund führen das Leben von Bobos und haben kaum noch Bezug zu der Kultur und Herkunft ihrer Eltern. Die beiden in die Gesellschaft integrierten Freunde täuschen für eine TV-Doku-Serie vor, arbeitslose Kleinkriminelle mit Migrationshintergrund zu sein, bis sich das Blatt wendet und die von ihnen erfundene Wirklichkeit sie einholt.

Der Hauptdrehort war der Hannovermarkt im 20. Wiener Bezirk.

Der Spielfilm „Die Migrantigen“ wurde vor einer Woche mit dem prestigeträchtigen österreichischen Filmpreis „Romy“ in der Kategorie „Bestes Drehbuch Kinofilm“ ausgezeichnet.

„Anti-Integrationskomödie“

Der Film befasst sich auch mit Identitätsfragen und der Praxis, Herkunft und Nationalität zum bestimmenden Charakteristikum eines Menschen zu erklären.

Für den Regisseur ist es eine „Anti-Integrationskomödie“, wie sie der Regisseur in einem APA-Gespräch nennt, denn: „Es ist an der Zeit, auch in Österreich einen Film zu machen, der mit dem sehr leidigen Migrationsthema humorvoller umgeht. Wir machen fast nur Sozialdramen in Österreich. Das wollen wir aufbrechen und zeigen, dass es viele Differenzierungen beim Thema Migration gibt.“

 

„Ich bin ein ‚Camouflage-Jugo‘“

„Die Geschichten, die man im Fernsehen sieht, mögen vielleicht ihre Berechtigung haben“, ergänzt Aleksandar Petrović. „Aber gerade in unserem Umfeld gibt es so viele Leute wie uns: Ich bin ein ‚Camouflage-Jugo‘, weder sieht noch hört man mir an, dass ich Ausländer bin. Ich bin hier aufgewachsen, aber trotzdem sehr stark mit meinen Wurzeln verbunden, meine ganze Familie lebt in Serbien.“ Seine Wurzeln habe er in seinem Alltag nie als Bürde, sondern als Vorteil empfunden. Außerdem freut er sich, in einem Land zu leben, wo auch Gastarbeiterkinder und Flüchtlinge mit einer „Romy“ ausgezeichnet werden.

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