Was essen Österreicher am Hl. Abend und Weihnachten?

21. Dez 2019 in 17:17

In Österreich wird nicht (besonders oft) gefastet, so dass man auch zum Hl. Abend gut isst. In einigen Bundesländern ist - wie bei Orthodoxen - Karpfen beliebt, aber am liebsten isst man traditionell verschiedene Würstel

Zum Heiligen Abend fasteten auch österreichische Katholiken (mehr oder weniger) streng. Erst nach der Rückkehr aus der Mitternachtsmesse (Christmette) durfte man sich mit warmem Essen kräftigen. Trotzdem mochten die Menschen auch damals Würstel, die sie nach Mitternacht zum Bier zu essen pflegten (Mettenwurst essen hieß dieser alte Brauch).

Was findet sich  aber ansonsten auf den Festtagtischen von Österreichern am Heiligen Abend? Gibt es spezielle Gerichte, die alle und überall essen, wie das bei den Orthodoxen Karpfen, gebackene Bohnen und Erdäpfelsalat sind? Es ist nicht so, weil man in vcrschiedenen Bundsländern zum Heiligen Abend Verschiedenes auftischt. Es gibt aber Tendenzen. Schauen wir gemeinsam, was gerne gegessen wird.

Traditionelle Gerichte

Eine Suppe wird zum Hl. Abend in der Mehrheit österreichischer Bundesländer gegessen, in Wien bevorzugt man aber Fischsuppe (Beuschl). Würstel aller Art werden mit dieser Suppe gegessen. In einigen Gegenden sind das geräucherte Würstel mit Kren und Sauerkraut, anderswo wieder Bratwürstel mit Sauerkraut und in Tirol gibt es Nudelsuppe, aber wieder mit Würsteln (!) Der Grund für diese Beliebtheit von Würsteln liegt darin, dass Bauer früher oft eine Mettensau meistens zum Hl. Thomas am 21. Dezember zu schlachten pflegten.

Auch ein Gansl ißt man gerne nicht nur zu Martini, sondern auch am Hl. Abend. Es ist interessant, dass die genauso beliebten Karpfen früher vom Geflügelmist gefüttert wurden, weshalb die beiden um Weihnachten für den Festtagstisch bestens geeignet waren. Das praktiziert man heute natürlich nirgends mehr. Der Karpfen ist aber in vielen, insbesondere Wiener Haushalten, nach wie vor die Spezialität zum Hl. Abend, obwohl man ihn als „Schwein unter Fischen“ bezeichnet. Lachs wird ebenso bei jenen, die nicht gerne kochen, aufgetischt: als belegte Brötchen.

Fondue (das Käseschmelzen oder schnelles Kochen von Fleischstückchen am Esstisch)  gehört ebenso zu den Lieblingritualen am Hl. Abend. Mit dem geschmolzenen Käse ist eine lustige Legende verbunden, die besagt, dass es einfalsreiche Mönche erfunden haben. Denn damals durfte man keine feste Nahrung zu sich nehmen, so dass sie sich für fließenden Käse entschlossen hatten.

Als Süßigkeiten sind „Christstollen“ und viele Sorten von Weihnachtskeksen beliebt. Schauen wir uns jetzt gemeinsam an, wie die Spezialitäten zum Hl. Abend nach Bundesländern verteilt sind.

– Vorarlberg: In diesem Bundesland ißt man gerne Kalbsbraten oder Würstel mit Sauerkraut, bzw. italienischem Mayosalat.
– Tirol: Hier kommen die traditionellen Gerichte auf den Tisch: Nudelsuppe mit Würsteln, aber auch Blutwurst, Schweinsbraten, Fondue und kalte Platten.
– Salzburg: Suppe mit Würsteln, Weißwürsteln oder Mettewürsteln.  Insbesondere in Pongau, Pinzgau und  Lungau kocht man am 24. Dezember sgn „Bachlkoch“ – Essen aus Wasser und Mehl (heute eher aus Milch und Mehl) mit Butter und Honig.

-Steiermark: Hier wird der Karpfen bevorzugt, aber beliebt sind auch Gansl und Würstel.
– Niederösterreich und Wien: Hier wird auch am liebsten Karpfen gegessen (als Filet, Suppe oder Sülzchen)
– Oberösterreich: In diesem Teil Österreichs essen die Menschen Karpfen, aber auch Bratwürstel mit Kartoffelsalat und Sauerkraut. Traditionell ißt man nach der Christmette die „Schnittlsuppe“, eine Brotsuppe mit Schweinefleisch.

-Burgenland: Im Süden isst man am liebsten Tafelspitz mit Apfelkren, geräucherten Lachs, Gansl mit rotem Kraut und Erdäpfelknödeln.
– Kärnten:  Geselchte Würstel mit Sauerkraut und schwarzem Brot. Zum Dessert gibt es Kärntner „Reindling“ mit Mohn, Rosinen und Butter.

 

 

Österreicher lieben Kekse backen und es gibt welche, die mit dem Keksebacken schon zwei bis drei Wochen vor Weihnachten beginnen.

Ein alter Brauch in Österreich ist auch, Heu unter dem Tisch zu streuen, was daran erinnern soll, dass Jesus im Stall geboren wurde.

Am Christtag, dem 25. Dezember, essen Österreicher gerne Ente, Gansl, Schweinsbraten, aber auch andere Köstlichkeiten.

 

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