16 Tage gegen Gewalt: Keine Frau in Österreich muss Gewalt dulden!

26. Nov 2018 in 08:51

Am 25. November, dem Tag, der dem Kampf gegen die Gewalt an Frauen gewidmet ist, beginnt in Österreich - wie jedes Jahr - die Aktion "16 Tage gegen Gewalt an Frauen". Aus diesem Anlaß´bringen wir einige Artikel, die diesem wichtigen Thema gewidmet sind und leider immer noch viele Frauen betreffen.

Fast 90 Prozent der Männer, die gegenüber Frauen gewalttätig sind, befinden sich in ihrer unmittelbaren Umgebung (Partner, Bekannter, Kollege usw.). Die unbekannten Täter sind eher selten. Es wird geschätzt, dass jede fünfte Frau, die in einer Beziehung lebt, von der Gewalt ihres Partners betroffen ist. Keine Fraue trägt daran Schuld, denn die Verwantwortung liegt immer bei dem Täter. Frauen, die Gewalt erleb(t)en, sollen nicht darüber schweigen, sondern mit zumindest einer Vertrauensperson reden, damit sie sich selbst (und die Kinder) vor dem Gewalttäter in ihrer nächsten Umgebung schützen kann. Bevor Sie sich dazu entscheiden, gegen diese Gewalt Widerstand zu leisten, sollten Sie sich über die eigene Rechte und die Rechte Ihrer Kinder sowie über die Möglichkeiten für finanzielle Unterstützung und Wohnmöglichkeit erkundigen. Sie sollten anonyme kostenlose Informationen und Beratungsangebote jedenfalls nutzen. Frauenhäuser bieten jedenfalls Schutz und telefonische Beratung.

Was bedeutet Gewalt und welche Arten der Gewalt gibt es

Gewalttäter benutzen körperliche und psychische Gewalt um Macht und Kontrolle gegenüber Frauen und Kindern auszuüben und um ihre eigenen Interessen durchzusetzen. Dabei üben sie unterschiedliche Formen von Gewalt aus:

Körperliche Gewalt: schubsen, stoßen, Ohrfeigen geben, treten, hauen, schlagen, würgen, kratzen, verbrennen, an den Haaren reißen, einsperren, mit Messern misshandeln, mit Gegenständen verprügeln bis hin zum Totschlag; Mord.

Sexuelle Gewalt: Belästigen, begrapschen, aufdrängen;Zwingen oder nötigen zu vaginalen, oralen oder analen sexuellen Handlungen, zu pornografischen Aufnahmen, zum Ansehen von Pornofilmen, zu sexuellen Handlungen mit anderen Personen;Vergewaltigung.Jede sexuelle Handlung, die Sie nicht wollen und zu der Sie gezwungen werden, ist Gewalt. Sexuelle Übergriffe sind unrecht und selbstverständlich auch in einer Ehe strafbar!

Psychische Gewalt: respektloses Verhalten, beschimpfen, beleidigen, bedrohen, anschreien, ignorieren, demütigen, erniedrigen, für verrückt und dumm erklären, Dinge verbieten, lächerlich machen vor Freunden, der Familie oder in der Öffentlichkeit,Terrorisieren durch z.B.: ständige Telefonanrufe, auflauern, kontrollieren, Drohbriefe schicken, nicht schlafen lassen, androhen von Gewalttaten gegenüber den Kindern, der Familie oder Freunden, für Sie geliebte oder wertvolle Dinge zerstören, Haustiere quälen, mit Selbstmord drohen,…

Cybergewalt: Es handelt sich um Cybergewalt, wenn Sie am Handy oder über das Internet beschimpft, kontrolliert, überwacht oder isoliert werden; gegen Ihren Willen fotografiert / abgehört / aufgenommen werden; in der Öffentlichkeit gedemütigt oder bloßgestellt werden und / oder Bedrohungen oder Erpressung erleben.

Soziale Gewalt: Verbieten Kontakt mit der Familie zu haben, Freundinnen zu treffen, auszugehen;Bestimmen und kontrollieren wann und wo Sie Andere treffen dürfen, das Telefon absperren, Telefonate mithören, nachspionieren, verfolgen, …

Ökonomische Gewalt: Geld oder Wertsachen wegnehmen oder verkaufen, bestehlen, bestimmen wieviel Geld Sie ausgeben dürfen, bestimmen was eingekauft werden darf, Ihnen ein eigenes Konto verbieten, Sie arbeiten schicken und das Geld abnehmen, Sie nicht arbeiten gehen lassen, damit Sie kein eigenes Geld haben,…

Zu den Strategien von gewalttätigen Männern gehören z.B. auch: Liebesgeständnisse nach den Misshandlungen,“Versöhnungen“ durch sexuelle Handlungen, seelische Erpressung, den Selbstmord androhen, Versprechungen machen sich zu ändern,appellieren an Ihr Gewissen und Mitleid.Durch diese Strategien ist es sehr schwer, den Schaden, den Gewalt anrichtet, zu erkennen und die Konsequenzen zu ziehen.

Wie sollen Sie den ersten Schritt zur Freiheit wagen?

Wenn Sie in einer Gewaltbeziehung leben, ist es sinnvoll einen persönlichen Sicherheitsplan für sich zu erstellen. Damit sind Sie auf zukünftige Krisensituationen besser vorbereitet und bekommen mehr Sicherheit und mehr Kontrolle über Ihre Situation. Sie selbst bestimmen welche Maßnahmen für Sie wichtig sind.

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