Mehr Schüler und weniger Lehrer in der Wiener Schule

06. Apr 2018 in 00:32

In Wien droht ein Lehrermangel wegen Pensionierungen. Allein in den Neuen Mittelschulen (NMS) werden in zehn Jahren rund 40 Prozent der Lehrer in Pension gehen. Gleichzeitig steigt die Zahl der Schüler. Der Stadtschulrat an möglichen Lösungen.

Wien ist das einzige Bundesland mit steigenden Schülerzahlen. Parallel dazu werden bis zum Schuljahr 2026/27 zwei Drittel der beamteten Lehrer in Pension gehen. Über etwaige Pensionsantritte von Vertragsbediensteten könne, laut  Bildungsstadtrat Jürgen Czernohorszky, keine Aussage getroffen werden, da die Entscheidung über den Zeitpunkt der Pensionierung nicht die Zuständigkeit der Stadt sei.

Besonders die Neue Mittelschule (NMS) dürfte von Pensionierungen betroffen sein: 40 Prozent der NMS-Lehrer in der Bundeshauptstadt sind über 50 Jahre alt. Es gibt Berechnungen, dass fast ein Drittel aller NMS-Lehrer bis 2025 in Pension gehen werden, in zehn Jahren sollen es 40 Prozent sein.

Den Personalengpass verschärfen könnte zudem die neue Lehrerausbildung: Absolventen haben künftig die Wahl, ob sie an einem Gymnasium oder an einer NMS unterrichten wollen. Es wird befürchtet, dass die Neuen Mittelschulen aufgrund der meist schwierigeren sozialen Rahmenbedingungen den Kürzeren ziehen werden.

Leere Wartelisten

In der Pflichtschule und der Berufsschule warten gar keine Lehrer auf eine freie Stelle, für die AHS sind es 54 und für die berufsbildenden mittleren und höheren Schulen ( BMHS) 196 Lehrer, die aktuell warten. Für die NMS wartet aktuell niemand auf eine freie Stelle.

506 Volksschullehrer haben einen Sondervertrag, sind also noch nicht mit dem Studium fertig, an den NMS sind es 522 und in der AHS 390.

Laut Stadtschulrat ist die Besetzung von Stellen besonders in Englisch, Mathe, Deutsch, Physik, Chemie und Informatik bereits heute schwierig.

Dreipunkteplan

Der Stadtschulrat arbeitet intensiv an einer Lösung des Problems. Dabei wurden drei Punkte herausgearbeitet, die verhindern sollen, dass Wien in zehn Jahren zu wenige Lehrer hat.

  •         Erstens sollen mehr Lehrer mit Sonderverträgen beschäftigt werden: Lehrkräfte, die sich im letzten Jahr ihrer Ausbildung befinden, aber bereits eingesetzt werden können.
  •         Zweitens will der Stadtschulrat Lehrer mit halber Lehrverpflichtung dazu animieren, eine volle Stelle anzunehmen.
  •         Drittens will man in den anderen Bundesländern Personal rekrutieren.

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