Österreich: Immer mehr Migrantenkinder lernen ihre Muttersprache

06. Mrz 2015 in 21:21

Knapp 32.800 Kinder besuchen an Österreichs Schulen den muttersprachlichen Unterricht, die meisten davon in Wien. Auf Bosnisch/Kroatisch/Serbisch (BKS) entfallen rund 40% dieser Zahl.

Die Sprachförderung an Österreichs Schulen bezieht sich nicht nur auf das Erlernen der deutschen Sprache. Kinder mit Migrationshintergrund können schon seit den 1970er-Jahren zusätzlich Muttersprachenunterricht nehmen. Damals hieß dieser Unterricht – muttersprachlicher Zusatzunterricht. Wie aktuelle Daten zeigen, steigt die Zahl der Kinder, die dieses Angebot in Anspruch nehmen.
Rund 32.800 Schüler waren es im Schuljahr 2012/13. Das sind rund 18 Prozent aller Pflichtschüler mit anderen Erstsprachen als Deutsch, zeigt eine Erhebung des Referats für Migration und Schule im Bildungsministerium. Gegenüber dem Schuljahr davor ist deren Zahl um 500 Schüler (plus 1,5 Prozent) gestiegen, die Zahl der muttersprachlichen Lehrer wuchs auf 415 (plus drei Prozent).
Die meisten Schüler mit muttersprachlichem Unterricht in Österreich finden sich wenig überraschend in Wien (17.336). Es folgen Oberösterreich (4183), die Steiermark (2440), Vorarlberg (2406), Niederösterreich (2302), Salzburg (1667), Tirol (1567), Kärnten (662) und das Burgenland (194).
Dementsprechend werden auch die meisten Unterrichtsstunden in Wien abgehalten und die meisten muttersprachlichen Lehrer eingesetzt: 238 von insgesamt 415 Lehrern. Angeboten wird der Unterricht in Form verbindlicher oder unverbindlicher Übungen (ohne Benotung) oder als Freigegenstand (mit Benotung).

Unterricht in 25 verschiedenen Sprachen

Mittlerweile werden im muttersprachlichen Unterricht 25 verschiedene Sprachen angeboten. Die meisten Wochenstunden wurden für den Unterricht auf Türkisch verwendet (42 Prozent), gefolgt von Bosnisch/Kroatisch/Serbisch (40 Prozent) und Albanisch (sechs Prozent). Außerdem gibt es muttersprachlichen Unterricht unter anderem in Arabisch, Bulgarisch, Chinesisch, Dari (Neupersisch), Französisch, Italienisch, Kurdisch, Persisch, Polnisch, Portugiesisch, Rumänisch, Russisch, Slowakisch und heuer erstmals auch in Somali.

Österreich war seit jeher ein Migrationsland, in welches viele Menschen aus diversen Gründen zogen. Im Zeitraum von 2003 bis 2013 ist die Bevölkerungszahl um 4,3% gestiegen, zeitgleich hat sich die Anzahl der Nicht-Staatsbürger von 9,2% auf 11,9% erhöht.

Die Integrationsmaßnahmen in Wien basieren auf einem klaren Konzept. Dieses wird laufend im Dialog mit Expertinnen und Experten aus Theorie und Praxis sowie den Communities reflektiert und weiterentwickelt.

Neben Deutsch sind auch die vielen anderen in Wien gesprochenen Sprachen wichtig. In Mehrsprachigkeit liegt Potenzial, das die MA 17 mit Projekten wie Muttersprachliche LesepatInnen

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