Orthodoxe Christen feiern Weihnachten: Christus ist geboren!

06. Jan 2019 in 07:43

Die Anhänger orthodoxer Kirchen, die ihre Feiertage nach dem Julianischen Kalender begehen, feiern am 6. und 7. Jänner Heiligabend und Weihnachten.

Weihnachten wird in Erinnerung an die Geburt Christi, den Sohn Gottes, gefeiert. Diese Festtage, welche gänzlich im Zeichen der Geburt neuen Lebens, Kindern und Kindheit sowie dem Elterndasein stehen, wird bei den Anhängern orthodoxer Kirchen mit wunderschönen Traditionen gefeiert. Viele der Gebräuche heute, wurden dem zeitgenössischen Leben angepasst.

Im Kreise der Familie
Weihnachten ist ein Familienfest, welches drei Tage gefeiert wird. Am zweiten Tag feiern orthodoxe Gläubige „Sabor Presvete Bogorice“, welcher Maria, der Mutter Gottes, gewidmet ist, während der dritte Tag wie auch im katholischen Glaubensrichtungen der Stephanitag ist. Am ersten Tag der Weihnachtfeiertage verlässt man das Haus nicht, um andere zu besuchen, eine Ausnahme stellt der rituelle Besucher “ položajnik“ dar, welcher der erste und einzige Gast ist, und der Familie Glück, Freude und Liebe schenken soll. Familien wählen diesen traditionellen Gast zumeist selbst, eine ihnen nahestehende Person, welche mit guten Absichten diese Tradition vollzieht.

Es ist Tradition sich an den Weihnachtsfeiertagen mit „Hristos se rodi“ und „Vaistinu se rodi“, anstatt der üblichen Begrüßungen, grüßt. Das Abhalten der Feiertage unterscheidet sich in Serbien von Region zu Region, wie das Umkleiden der Häuser mit Stroh, gackern und piepsen, dem Backen des traditionellen Brotleibes „česnica“ sowie dem „položajnik.

Badnjidan
Der Tag vor Orthodoxe Weihnachten wird als Badnjidan bezeichnet, an jenem Tag ist es Brauch einen Badnjak zu fällen und ihn mit nach Hause zu nehmen. Mit diesem Tag beginnen bereits die Feierlichkeiten rund um Weihnachten. Die Frauen kümmern sich zumeist um das kulinarische Wohl der Familienmitgliedern mit typischen Weihnachtsspezialitäten.

Was ist ein Badnjak?
Als Badnjak wird zumeist eine junge Eiche bezeichnet, welche am Morgen des Badnjidan gefällt und vor das Haus gebracht wird. In städtischen Teilen wird der Badnjak in der Kirche erworben. Am Abend des Badnji Dan, wird der Baum zusammen mit Stroh und einem Spanferkel bzw. Lamm ins Haus gebracht.

Badnje veče (Heiligabend)
Heiligabend ist die Verbindung des Badnji Dan und Weihnachten, weshalb es bei SerbInnen Redewendung, „wie Weihnachten und Heiligabend verbunden sein“, für zwei eng befreundete Menschen, gibt. Bei Dämmerung tragen der Hausherr und seine Söhne Stroh, den Badnjak und ein Spanferkel bzw. Lamm ins Haus. Der Badnjak wird traditionell auf den Kamin gelegt, da es jedoch heutzutage immer weniger Kamine gibt, wird der Badnjak meistens neben den Ofen bzw. Herd gelegt.

Slama (Stroh)
Gefolgt vom Badnjak wird Stroh ins Haus getragen und unter den Esstisch gelegt. Die Hausherrin legt daraufhin Süßigkeiten sowie kleine Geschenke und Spielsachen in das Stroh, welche die Kinder später piepsend wie kleine Küken suchen. Dieser Brauch soll an das Stroh im Stall von Bethlehem, den Geburtsort Jesu Christi, erinnern.

Večera uoči Božića (Nachtmal an Heiligabend)
Nachdem das Stroh, der Badnjak und das Spanferkel/Lamm ins Haus getragen wurden, stehen alle Familienmitglieder auf um gemeinsam zu singen und zu beten. Danach werden Glückwünsche ausgetrauscht und das Abendmal, welches aus Fastspeisen besteht, genossen.

Božić (Weihnachten)
Der erste Weihnachtstag ist immer der 7. Jänner, welcher mit dem Läuten der Kirchenglocken, sowie Gewehrsschüssen eingeläutet un die Geburt Christi gefeiert wird. Der Hausherr und alle Familienmitglieder bereiten sich danach auf die traditonelle Weihnachtsmesse vor. Die Menschen begrüßen sich mit „Hristos se rodi!“ (Christus ist geboren!) und antworten darauf „Vaistinu se rodi!“ (Wahrhaftig ist er geboren!)

Položajnik
An Weihnachten, am frühen Vormittag, wird die Familie von einem speziellen Gast besucht, welcher zumeist vom Hausherren ausgewählt wurde. Dieser traditionelle Gast wird als „položajnik“ bezeichnet, und wird als Symbol für die Weisen, welchem dem Stern von Bethlehem gefolgt sind, gesehen. Dem „položajnik“ werden daraufhin Geschenke überreicht. Weitere Besuche dieses speziellen Gastes, im Laufe des Jahres, bringen allen Bewohnern des Hauses Glück.

Česnica
In den frühen weihnachtlichen Morgenstunden bereitet die Hausherrin das traditionelle Weihnachtsbrot, genannt „česnica“ zu. In den Leib werden goldene, silberne oder gewöhnliche Geldstücke gesteckt und von oben mit dem Ast des Badnjak durchstochen. Wenn alle rund um den Tisch versammelt sind, zündet der Hausherr eine Kerze an und segnet die Ikonen sowie alle Mitglieder mit Weihrauch. Daraufhin folgen Gesänge und Gebete sowie das Vater Unser. Danach wird die česnica geteilt, derjenige, der in seinem Brotstück das Geldstück findet, wird, laut volkstümlichen Glauben, von Glück begleitet sein. Nach diesen traditionellen Handlungen beglückwünschen sich die Familienmitglieder und genießen das gemeinsame Essen.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.