Medizinstudiums: Bezahltes Ausbildungsjahr für Jungmediziner in Wien

05.05.2015

Wien will nicht mehr, dass Jungmediziner ins Ausland oder in die Bundesländer abgeworben werden. Deshalb wird ihnen ab August für das Klinisch-Praktische Jahr eine Aufwandsentschädigung in der Höhe von 650 Euro pro Monat gezahlt.

Vor dem Ende des Medizinstudiums stehen Jungärzte 48 Wochen im Spital. Dabei handelt es sich um eine praktische Ausbildungszeit, die nicht mehr unbezahlt bleiben soll. Daher führte Wien als fünftes Bundesland nun auch eine Aufwandsentschädigung ein. Ab August sollen 650 Euro pro Monat – für 35 Arbeitsstunden pro Woche – bezahlt werden.

Bezahlung für Pflichtpraktikum

„Tatsache ist, dass das ein Teil der Ausbildung ist. Es ist nicht der erste Schritt nach dem Studienabschluss, sondern es ist das sechste Studienjahr. Und ich bin sehr froh, dass wir diese Lösung gefunden haben und wir greifen dafür auch in die Tasche. Mir ist kein anderes Studium bekannt, wo in dieser Höhe für ein Pflichtpraktikum bezahlt wird“, so Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely.
350 bezahlte Praktikumsplätze will die Stadt stationsübergreifend – von der Aufnahme über die Diagnose bis zur Entlassung der Patienten – vergeben.

Die Stadt will die besten Jungärzte anwerben

Gewinnen sollen nicht nur die Mediziner. „Unser Interesse daran ist es, hier frühzeitig die talentiertesten Jungmediziner für den Wiener Krankenanstaltenverbund zu werben und damit auch eine Perspektive zu geben, die über das reine Studienjahr hinausgeht“, so KAV-Generaldirektor Udo Janßen. Für Turnusärzte soll die Umsetzung des Arbeitsmodells höhere Einstiegsgehälter bringen, heißt es.

Dijaspora