Wien: Festakt zu Ehren von Vuk Karadžić

14.11.2014

Der Festakt “Der Philologe Vuk Stefanović Karadžić und Wien” fand am 13. November 2014 in der Wienbibliothek im Rathaus statt. Anlass war 200 Jahre seit der Herausgabe von Vuk Karadžićs „Serbische Grammatik“ in Wien und des 150. Todesjahres. Am Festakt nahmen zahlreiche Ehrengäste und eminente SlawistInnen teil.

Vor genau 200 Jahre gab der gefeierte Sprach- und Schriftreformator, Vuk Stefanović Karadžić, die erste serbische Grammatik auf Basis der Volkssprache. Karadžićs “Serbische Grammatik” (1814) stellt eines der wichtigsten Werke der serbischen Literatur des 19. Jahrhunderts dar und wird als Grundlage für die heutige serbische, kroatische und bosnische Standardsprache betrachtet.

Vuks Verbindung zu Wien ist sehr stark, da er in der Hauptstadt, wo er einen Großteil seines Lebens verbrachte, seine Werke verfasste und auch eine Familie gründete. Vuk Karadžić verstarb 1864 in Wien und wurde am Wiener Friedhof St. Marx begraben. Später wurden seine sterblichen Überreste nach Belgrad überführt. Dieses Jahr jährt sich Vuks Tod zum 150. Mal.

Der Philologe Vuk Stefanović Karadžić und Wien

Der Festakt “Der Philologe Vuk Stefanović Karadžić und Wien” fand am Donnerstag, den 13. November 2014 in Wien statt. Das Programm bestand aus wissenschaftlichen Vorträgen eminenter SlawistInnen aus Wien und Belgrad, sowie Musik und einer Szenischen Lesung.

Diese Veranstaltung stieß auf großes Interesse seitens des Wiener Publikums, welches den Lesesaal der Wienbibliothek im Rathaus bis zum letzten Platz füllte.

Die Festreden hielten Gordana Ilić Marković, Professorin am Institut für Slawistik der Universität in Wien und Boško Suvajdžić, Professor der Philosophen Fakultät der Universität in Belgrad. Im Rahmen des wissenschaftlichen Programmteils wurde, nach der kürzlichen Erstvorstellung in Belgrad, das Buch “Mündliches Volksgut der Serben“ (“Српска усмена народна баштина”) zum ersten Mal im Ausland präsentiert. Das neue Werk wurde von Mina Đurić von der belgrader Stiftung “Vuk Karadžić” vorgestellt.

Als Erste wandte sich die Gemeiderätin Anica Matzka-Dodjer, im Namen der Stadt Wien, an die Anwesenden und begrüßte alle Gäste herzlich. Ebenso betonte sie die Verbindung zwischen Serbien und Österreich, die Wichtigkeit der gemeinsamen Geschichte und deren Pflege.

Der Botschafter der Republik Serbien, seine Exzellenz Pero Janković, bedankte sich für die Organisation dieser Veranstaltung, welche noch ein weiterer Beweis für eine gute Zusammenarbeit zwischen Serbien und Österreich sei. Ebenso äußerte er den Wunsch, dass die bereits gute Beziehungen zwischen den beiden Ländern auch in Zukunft ausgebaut werden.

Der Vorstand des Instituts für Slawistik der Universität Wien, Michael Moser, bedankte sich bei den TeilnehmerInnen und OrganisatorInnen des Festakts für dessen angemessene Veranstaltung.

Für den organisatorischen Teil der Veranstaltung war der Verein Dijaspora Media Association, welcher große Unterstützung seitens der Stadt Wien bekam, zuständig. Den Ehrenschutz für diese Veranstaltung übernahm der Wiener Stadtrat für Kultur und Wissenschaft Andreas Mailath-Pokorny.

Das Programm bereicherten die MusikerInnen Hristina Šušak (Geige) und Ahsen Mehović (Gitarre) mit der Aufführung von Kompositionen aus dem 19. Jahrhundert: “Tiho noći” – Jovan Jovanović Zmaj; “Serbische Quadrille” Johann Strauss Sohn.

Für besondere Aufmerksamkeit beim Publikum sorgte die szenische Lesung aus dem Theaterstück “Wiener Fenster – Ich liebe dich von ganzem Herzen, Vuk Karadžić und Anna Kraus” der Autorin Gordana Ilić Marković. In den Rollen von Vuk und Anna lasen Dražen Tešanović und Jennifer Resch, Studierende der Wiener Slawistik. Die Autorin widmete dieses Rezital Vuk Karadžić als Ehemann und Vater und seiner Ehefrau Anna Karadžić, was dem Publikum einen Einblick in das Leben Vuks ermöglichte.

Der gelungene Abend endete mit einem Empfang für alle TeilnehmerInnen und Gäste.

 

Dijaspora