Gedenkstunde für die Opfer der NATO-Luftangriffe auf Jugoslawien

23.03.2018

Die Gedenkstunde für die Opfer der NATO-Luftangriffe auf die Bundesrepublik Jugoslawien (Serbien und Montenegro) vor 19 Jahren  findet am Samstag, den 24. März 2018, um 18.00 Uhr auf dem Wiener Stephansplatz statt.

Am Samstag, den 24. März 2018 jährt sich zum 19. Mal der Tag der NATO-Luftanschläge gegen die, aus Serbien und Montenegro bestehende, damalige Bundesrepublik Jugoslawien . Für die unschuldigen Opfer, darunter auch eine große Zahl von Kindern und Zivilisten, sowie für die Zerstörung von Zivilobjekten, wurde bis heute niemand zur Verantwortung gezogen.

Am 24. März 1999, um 19.45 Uhr, haben die NATO-Streitkräfte mit Luftschlägen auf verschiedene Ziele in Serbien und Montenegro die Bundesrepublik Jugoslawien angegriffen. Die BRD wurde für eine humanitäre Katastrophe im Kosovo und der Metochien sowie für die gescheiterten Verhandlungen über den künftigen Status  dieser serbischen Provinz in Rambouillet und Paris verantwortlich gemacht. Nach Angaben der serbischen Regierung wurden bei den Bombardements mindestens 2.500 (laut einigen anderen Quellen sogar bis zu 4.000) Menschen getötet und es gab mehr als 12.500 Verwundete und Verletzte, darunter 2.700 Kinder. Der gesamte materielle Schaden wurde damals auf rund 100 Milliarden Dollar geschätzt.

Der Angriff auf die Bundesrepublik Jugoslawien erfolgte ohne Zustimmung des UN-Sicherheitsrates, was einen Präzedenzfall im Völkerrecht darstellt.

Bei den 78 Tage andauernden Luftangriffen wurden die Infrastruktur, Wirtschaftsobjekte, Schulen, Gesundheitseinrichtungen, Medienhäuser und Kulturdenkmäler zerstört oder schwer beschädigt.

Die NATO setzte auch Geschosse mit abgereichertem Uranium ein.

Die Bombardements endeten mit der Unterzeichnung  eines Militärtechnischen Abkommens am 9. Juni 1999 in Kumanovo, drei Tage später begannen die Streitkräfte der Bundesrepublik Jugoslawien mit dem Abzug aus dem Kosovo und der Metochien.

In vielen deutschsprachigen Medien wird heute über diese NATO-Luftangriffe auf die Bundesrepublik Jugoslawien anders gesprochen und geschrieben als noch vor 19 Jahren. Viele ehemalige Politiker sehen heute die Situation auch anders.

 

Gedenkstunde in Wien für die unschuldigen Opfer

Der Veranstalter, „Die serbisch-österreichische Solidaritätsbewegung“, lädt, zusammen mit vielen anderen Organisationen und Vereinen, die serbische Diaspora und die Freunde Serbiens ein, der unschuldigen Opfer der NATO-Luftschläge gegen die Bundesrepublik Jugoslawien im Zeitraum März-Juni 1999, zu gedenken.

„Lasst uns zusammenkommen und der unschuldigen Opfer  gedenken, mit der Botschaft, dass sich Derartiges nie und nirgendwo wiederholen darf“, heißt es im Aufruf des Veranstalters.

Bei der Veranstaltung  in Wien werden Vertreter serbischer und österreichischer Organisationen sprechen und mit dem Anzünden von Kerzen und einer Schweigeminuten soll aller unschuldigen Opfer gedacht werden.

Wann: 24.03.2018   um 18.00 Uhr
Wo: Wiener Stephansplatz

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Diskussionstribüne zum Thema „Kosovo und Metochien – Europas Dämmerung“

Der serbische Bildungs- und Kulturverein „Prosvjeta“ veranstaltete am 17. März 2018 in den Räumlichkeiten der Serbisch-orthodoxen Kirche im 2. Wiener Bezirk eine Diskussionstribüne zum Thema „Kosovo und Metochien – Europas Dämmerung“. Der Anlass waren die Jahrestage der NATO-Luftschläge 1999 gegen Serbien und Montenegro sowie die Märzpogrome 2004 gegen die serbische Bevölkerung in Kosovo und Metochien. Der Gastredner war der bekannte serbische Historiker Prof. Dr. Miloš Ković von der Philosophischen Fakultät in Belgrad.

Mit einer Schweigeminute wurde aller Opfer der NATO-Aggression und der Märzpogrome gedacht. Der Vereinsobmann, Prof. Srđan Mijalković, unterstrich die Bedeutung der Begehung von wichtigen Jahrestagen aus der Geschichte des serbischen Volkes.

„So, wie wir unsere wichtigen und positiven Daten und Personen nicht vergessen dürfen, so müssen wir uns stets auch große Ungerechtigkeiten und Unglücke vor Augen führen, denn nur so können wir bewirken, dass diese sich nie wiederholen“, betonte Mijalković.

Er erinnerte die Anwesenden, dass Dr. Miloš Ković einer der Initiatoren des „Appells zur Verteidigung von Kosovo und Metochien“ von 2017 ist, der von einer großer Zahl serbischer Bürger, Intellektueller, Akademiemitglieder sowie von 12 Bischöfen der Serbisch-orthodoxen Kirche unterzeichnet wurde.

Dijaspora