Gibt es so etwas wie die Jugosphäre?

29.11.2013

Wir könnten die Jugosphäre anhand der Geschichte, Philosophie, Kultur oder Politik erklären, aber das werden wir nicht machen.

Wir könnten die Jugosphäre anhand der Geschichte, Philosophie, Kultur oder Politik erklären, aber das werden wir nicht machen. Die Jugosphäre werden wir am besten mit der Geschichte eines Studenten in Wien beschreiben. Als „unserer“ Student her kam, wurde er wegen der fremden Stadt, den fremden Menschen und der fremden Sprache nostalgisch. Dieses Gefühl hat nicht lange gedauert. Nach ein paar Tagen hat er im Deutschkurs einige „unsere“ Studierenden getroffen, die „unsere“ Sprache gesprochen haben und sich gleich mit ihnen angefreundet.

Als die Zahl seiner Bekannten gewachsen ist, ist auch sein Wissen über die Universität, „unsere“ Lokale und Musik, günstiges Einkaufen, usw. auch gewachsen. Dies ist die Macht der gemeinsamen Sprache und Mentalität. Schon jahrelang versuchen uns die Linguisten zu überzeugen, dass unsere Sprachen unterschiedlich sind. Die Politiker und Historiker wiederum sagen, dass wir sehr unterschiedliche Völker sind, mit unterschiedliche Rollen in der Geschichte sind.

Die Praxis widerspricht aber dieser Theorien, besonders in der Diaspora. Wenn sich die Menschen aus Bosnien, Kroatien, Montenegro und Serbien hier treffen, fallen die Barrieren schnell. Die Menschen wurden als „unsere Menschen“ und die Sprache als „unsere Sprache“ bezeichnet. Manche verstehen dies als einen Identitätsangriff, aber hier stört kaum jemandem die Bezeichnung Serbe, Kroate oder Bosniake. Ganz im Gegenteil, die Mehrheit respektiert die nationale Identität, aber versteht auch, dass unterschiedliche Nation kein Hindernis für Kommunikation und Kooperation ist. „Unseren“ Menschen ist seit langem bekannt, dass die Hilfe oft erst von Menschen, die „unsere Sprache“ sprechen kommt. Deshalb entsteht das Gefühl einer Gemeinde, egal ob man sie BKS Community, Jugosphäre oder irgendwie anders nennt. Das ist die Geschichte unseres Studenten, Tausender andere Studierender, Hunderttausender „unseren“ Menschen.

Das Ziel der Jugosphäre ist keine Glorifizierung des alten Staates. Es ist auch keine Promotion des gescheiterten Dogmas von Brüderlichkeit und Einheit. Unser Ziel ist nicht politisch, sondern kulturell. Auf diesem Portal werden wir verschiedene Themen bearbeiten, die für „unsere“ Gemeinde wichtig sind, nicht weil wir denken, dass wir gleich sind, sondern weil wir trotz unserer Unterschiede immer „Unsere“ geblieben sind.

Willkommen in der Jugosphäre!

Dijaspora