Rückkehr der Hausmeister: Möglichkeit der Einführung von Hausbesorgern

11.03.2015

Per 1. Juli 2000 wurde der echte Hausmeister samt dessen Privilegien unter der Regierung Schüssel I endgültig abgeschafft. In der Wiener Volksbefragung 2010 votierte die Mehrheit dafür, dass sich die Stadt Wien auf bundesgesetzlicher Ebene wieder für die Möglichkeit der Einführung von Hausbesorgern einsetzen soll.

Auch für die Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien war der Hausmeisterberuf eine beliebte Nebenbeschäftigung. Eine, wenn in der Regel auch nur kleine Gratiswohnung und eine relativ geringe Entlohnung ermöglichten diesen Menschen doch, mehr von ihrem Einkommen auf die Seite zu legen und ein Haus in der Heimat zu bauen und damit für ihre Pensionszeit vorzusorgen. Man rechnet, dass es in den 1970-er und 1980-er Jahren in Wien rund 10.000 Hausbesorgern aus dem ehemaligen Jugoslawien in Wien gegeben hat. Viele von ihnen sind, trotz der schönen Häuser in der Heimat, doch in Wien geblieben.

Die schwarz-blaue Regierung unter Bundeskanzler Schüssel I hat per 1. Juli 2000 das Hausmeistergesetz endgültig abgeschafft. Das Gesetz gilt aber nach wie vor für Personen, die davor als Hausbesorger eingestellt wurden. Derzeit sind in Wien noch 1571 “echte” Hausmeister mit Dienstwohnung im Einsatz. Seit 2000 ist Hausbesorger arbeitsrechtlich ein normaler Beruf ohne spezielle Vorrechte.

In der Wiener Volksbefragung 2010 votierte die Mehrheit (84%) dafür, dass sich die Stadt Wien auf bundesgesetzlicher Ebene wieder für die Möglichkeit der Einführung von Hausbesorgern einsetzen soll. Nicht zuletzt, weil die Hausbesorger auch als wichtige Vermittler bei Konflikten fungieren. Sie waren, sozusagen, ein guter Geist, der sich nicht nur um die Reinigung kümmerte.

Auch der Wohnbaustadtrat Michael Ludwig ist, wie er in einem Kurier-Interview betonte, dafür: „Wir diskutieren schon länger über ein neues Mietrechtsgesetz. Im Zuge dessen kann ich mir gut vorstellen, dass hier die Hausbesorger eine Rolle spielen. Die Menschen wollen das. Daher sollte auch wieder die gesetzliche Möglichkeit geschaffen werden. Die Entscheidung liegt dann bei der Hausgemeinschaft.“

Dijaspora