Informationen zu Allergenen in Speisekarten

30.10.2014

In Zukunft werden alle Restaurants in den Ländern der EU ihre Gäste über die Allergene in den angebotenen Speisen informieren. Die RestaurantinhaberInnen und -Angestellte können dies entweder schriftlich, z.B. in den Speisekarten, oder mündlich tun.
Alle Gastronomiebetriebe müssen ab 13. Dezember 2014 EU-weit ihre Gäste über Allergene, welche sich in den angebotenen Speisen befinden, informieren. Dies bedeutet, dass z.B. das Wiener Schnitzel das Kürzel AC, welches für Gluten und Ei steht, tragen muss. Die zwei Buchstaben sind nur zwei der Insgesamt 14 Zeichen für Allergene, die laut der neuen EU-Verordnung ausgezeichnet werden müssen. Die Zeichen, bzw. Buchstabe von A bis R steht für ein Allergen.

Die Lokalbesitzer, bzw. -angestellte können dieser Informationspflicht auf zwei Arten nachgehen: Entweder müssen sich die Kürzel für Allergene in den Speisekarten befinden, oder die Gäste müssen mündlich seitens des Personals aufgeklärt werden. Sollte sich ein Lokal für die mündliche Methode entscheiden, so muss ein besonderer Vorbereitungskurs der Wirtschaftskammer Wien absolviert werden.

Kritik

Die neue EU-Regulative verfügt ober eine sogenannte Probezeit, welche bis 13. Dezember andauert. Ab Mitte Dezember müssen dann alle Restaurants über die Allergene in ihren Speisen verpflichtend informieren, ein Verstoß kann zu einer Geldstrafe in der Höhe von bis zu 50.000 Euro führen. Diese neue Regulative löste vielerseits, teilweise heftige, Kritik aus.

Auch wenn die neue Regulative im ersten Moment wie eine praktische Lösung erscheint, so verlangt das mündliche Informieren der Gäste, neben einem speziellen Kurs, auch einen großen bürokratischen Aufwand, da die Lokale genau über die Inhaltsstoffe jeder angebotenen Speise Buch führen müssen. Daher wird den Restaurants geraten eine eigene Speisekarte mit Allergenhinweisen einzuführen, welche nach Verlangen ausgegeben werden kann.

Viele Ernährungswissenschaftler stehen dieser neuen Verordnung ebenso skeptisch gegenüber, der Präsident des Österreichischen Institutes für Ernährungsmedizin Kurt Widhalm meinte in einem Interview für Radio Wien, dass diese für Verwirrung bei den Gästen sorgen könne: Diejenigen, die wirklich eine Allergie haben, die wissen über die Zusammensetzung von Speisen ziemlich genau Bescheid. Diejenigen, die vermutete Allergien oder Intoleranzen haben, die werden zum Teil auch verunsichert und es nicht immer leicht haben, die Speisen auszuwählen, die ihnen gut tun.“

Ein weiteres Problem könnte auch für die BesitzerInnen und Angestellte eines Fastfoodrestaurants, wie z.B. Würstelständen, entstehen, da diese oftmals nicht über die genauen Inhaltsstoffe der vertriebenen Speisen Bescheid wissen.

Dijaspora