Übergießen mit Eiswasser für humanitäre Zwecke

27.08.2014

Die ALS Ice Bucket Challenge ist der neueste Social-Mediatrend, welcher gleichzeitig eine Kampagne für die Steigerung des Bewusstseins und Spendensammlung für an Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) erkrankte Menschen ist. Hinter der vermeintlich lustigen Aktion, verbirgt sich eine sehr wichtige Botschaft.

An den Ice-Bucket-Videos in den Social-Medias kommt heute kaum einer vorbei, für viele ist das Übergießen mit Eiswasser ein lustiger Trend, allerdings sollte man die wichtige Botschaft nicht in den Hintergrund rücken lassen.

Die ALS Ice Bucket Challenge ist eine Kampagne, welche die Steigerung des Bewusstseins für die Krankheit Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) zum Ziel hat. Gleichzeitig sollen mithilfe dieser Aktion Spenden für Erkrankte und die Krankheitsforschung gesammelt werden.

Im Rahmen der Kampagne übergießen sich Menschen mit Eiswasser aus einem Kübel und nominieren danach 3 weitere Personen ihnen dies gleich zu tun. Sollte jemand der Nominierung nicht nachgehen, so “müssen” diese einer ALS-Organisation 100 Dollar spenden.

Wie ist dieser Trend enstanden?

Die Weltöffentlichkeit erfuhr von dieser humanitären Aktion erstmals in einer amerikanischen TV-Show. Die ZuschauerInnen konnten sehen, wie ein Mann sich selbst mit Eiswasser übergoss. Zwei Wochen nach Ausstrahlung der Sendung stellte der Profigolfer Chris Kennedy ein Video online, in welchem er diese Challenge absolvierte. Gleichzeitig nominierte er seine Schwester und seinen Schwager, welcher selbst an ALS erkrankt ist. Ab diesem Moment verbreitete sich diese Aktion den Socialmedias weltweit wie ein Lauffeuer.

Die Idee diesen Trend zur Spendensammlung zu nützen hatte der ehemalige Baseballstar Peter Frates. Der Sportler ist selbst an ALS erkrankt und mittlerweile komplett gelähmt. Aufgrund seines gesundheitlichen Zustandes konnte er selbst nicht an der Challenge teilnehmen, nominierte allerdings zahlreiche Berühmtheiten für dies Aktion. Nach der erfolgreichen Verbreitung der ALS Ice Bucket Challenge ließ sich Frates selbst mit Eiswasser übergießen.

Von 15. Juli bis 21. August nahm die ALS Association (ALSA) mit Sitz in Amerika über 41 Millionen Dollar an Geldspenden ein, was ein explosives Wachstum zu Vorjahr (2,1 Millionen) darstellt.

Bis zum 23. August wurden weitere 20 Millionen Dollar eingenommen und mehr als 1,2 Neuspender verzeichnet.

Reaktionen in Österreich

Gesundheitsorganisationen und -instutionen in Österreich begrüßen im Großteil die ALS Ice Bucket Challenge und Veröffentlichung der Eiswasser-Videos in Socialmedias. Allerdings wird bekrittelt, dass sich hinter dem vermeintlichen humanitären Trend manchmal auch nur Selbstmarketing versteckt. Dies gilt vor allem für Berühmtheiten, welche mit diesem Trend ihre Bekanntheit steigern möchten.

Ferner bemerkten ALS-Organisationen in Österreich, dass durch diesen Trend auch vermehrt falsche oder unzureichende Informationen über diese Krankheit verbreitet werden und auch viele österreichische ÄrztInnen nicht ausreichend über ALS informiert sind.

Der Trend an sich ist sicherlich keine schlechte Sache, solange der humanitäre Charakter und das eigentliche Ziel dieser Aktion im Vordergrund bleibt und somit Geldspenden gesammelt und größeres Bewusstsein für Amyotrophe Lateralsklerose geschafft wird.

In Österreich leiden mehr als 800 an ALS.
Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) oder Lou-Gehrig-Syndrom ist eine eine degenerative Erkrankung des motorischen Nervensystems. Diese Krankheit tritt in einigen Fällen auch als Erbkrankheit auf (10% aller ALS-Fälle). Auch wenn jeder von dieser Erkrankung betroffen sein kann, so erkranken im Durchschnitt ältere Personen öfter.
Anfangs bemerken Personen oftmals Muskelschwächen, Zuckungen und Krämpfe. Im weiteren Verlauf der Krankheit wirkt sich diese schwerwiegend auf das Gehvermögen, Schlucken und Atmen aus. Viele erkrankte Menschen verbringen ihren Lebensabend komplett gelähmt, während die Gehirnfunktion uneingeschränkt bleibt.
ALS hat einen sehr progressiven Krankheitsverlauf und das einzig zugelassene Medikament ist Riluzol. Eine Therapie mit diesem Medikament kann die Symptome lindern, allerdings sei die Wirkung mehr als spärlich.
Einige wissenschaftlichen Studien wiesen eine statistische Verbindung zwischen ALS und landwirtschaftlichen Pestiziden nach.
Forum ALS – Verein für multiprofessionelle ALS-Hilfe
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