Überschwemmungen – Ausnahmezustand in Serbien und Bosnien

16.05.2014

In ganz Serbien ist die Situation aufgrund starker Regenfälle sehr prekär, der Verkehr ist auf vielen Routen gestoppt, manche Schulen haben geschlossen und der Wasserpegel vieler Flüsse steigt stets. Bosnien und Herzegowina ist von den Überschwemmungen ebenso betroffen.

Die große Flutwelle, welche am 13 Mai Serbien erfasste bekam den Namen “Tamara” und geht als größte Überschwemmung seit den meteorologischen Aufzeichnungen in Serbien ein.

In Serbien wurden bereits 6.175 Menschen aufgrund der Flutwelle evakuiert, das serbische Innenministerium rief angesichts der schweren Situation den Ausnahmezustand aus und verlautbarte, dass alle Mittel und Möglichkeiten genützt werden um die Menschen und das Land zu schützen und zu retten. Bereits fünf Menschen sind aufgrund der Wassermassen ums Leben gekommen.

Die Flutwelle, welche Serbien letzte Nacht erfasst hat, traf die Gemeinden Ub, Jagodina und Osečina am schwersten. Die Situation ist zur Zeit in Obrenovac am kritischsten, alle EinwohnerInnen werden evakuiert. In den Verwaltungseinheiten (Okrug) Mačva, Kolubara und Moravica wurde das serbische Heer, die Gendarmarie und andere Polizeieinheiten bereits im Einsatz um der gefährdeten Bevölkerung zu helfen.

Mehr als 300.000 Menschen in Westserbien sind ohne Strom. Das serbische Energieversorgungsunternehmen (EPS) wird in Zusammenarbeit mit der Regierung alle Hebel in Bewegung setzten um die Energieversorgung unter diesen schweren Umständen aufrechtzuerhalten.

Die Überschwemmungen haben Felder mitgerissen und die Ernte vernichtet und die Bevölkerung erlitt großen Schaden. Für die Rettungsaktionen werden alle vorhanden Mittel eingesetzt und die Regierung bat bereits die Europäische Kommission, Russland und Slowenien um Hilfe. Heute kam um 8:30 am Flughafen in Niš bereits ein russisches Flugzeug mit 76 Hilfskräften an, unter welchen sich auch 20 Taucher mit modernster Ausrüstung befinden. Im Laufe des Tages schickt die slowenische Regierung eine spezielle Zivilschutzeinheit in die betroffen Gebiete Serbiens. Insgesamt werden 19 Hilfskräfte und zwei Spezialpumpen von Slowenien zur Hilfe geschickte, so der slowenische Botschafter in Serbien, Franc But.

Wie kann man in dieser Ausnahmesituation helfen?

Das serbische Innenministerium richtete ein spezielles Callcenter ein, welches allen interessierten und hilfsbereiten Menschen wichtige Informationen bezüglich Spenden und Hilfsaktionen anbietet.
Telefonnummern:
+ 381 11 312 0741
+ 381 11 312 0739
+ 381 11 312 9939
+ 381 11 312 0742
Zudem können Sie ihre Anfragen auch via E-Mail an das Innenministerium senden: pomoc.vanrednasituacija@mup.gov.rs

Der serbische Dachverband in Österreich initierte eine Hilfsaktion und ruft die serbische Diaspora in Österreich auf ihren Landsleuten zu helfen.
E-Mail: info@sgoe.or.at
Tel.:+4368860250453
Es werden alle Menschen aufgerufen sich dieser Aktion anzuschließen und mittels Kleidungs-, Nahrungs- und Geldspenden den Betroffenen in Serbien zu unterstützen. Hierfur wurde in der orthodoxen Kirche im zweiten Wiener Gemeindebezirk ein eigenes Lager eingerichtet. (Engerthstraße 160, 1020 Wien).

Wetterprognosen für die nächsten Tage

Derzeit gibt es starke Regenfälle in Belgrad, in den Städten Loznica, Sremska Mitrovica, Valjevo, Smederevska Palanka und Niš regnet es in mäßig. Leichte Regenfälle gibt es in Palić, Sombor, Zrenjanin, Banatski Karlovac, Kragujevac, Veliko Gradište, auf dem Crni Vrh, in Negotin, Požega, Kuršumlija, Ćuprija, Leskovac und Vranje.

Heute werden in den meisten Teilen Serbiens Regenfälle, mit circa 20 bis 40 Liter Wasser po m2, erwartet. Im Westen und Südwesten sogar bis zu 60 Liter, warnt der serbische Wetterdienst. Für morgen wird ein Rückgang der Regenfälle erwartet (bis zu 20 Liter pro m2) und der starke Nordwestwind soll laut Prognosen leichter werden.

Bosnien und Herzegowina ebenso unter Wasser

Bereits den zweiten Tag in Folge kämpfen die BewohnerInnen Zentral- und Westbosniens gegen den Regen und die Überschwemmungen. Die bosnische Regierung rief den Status “Naturkatastrophe” aus. Am schwersten sind die Städte Doboj und Maglaj betroffen, welche sogar vom restlichen Land abgeschnitten sind.

In Zentralbosnien ist die Situation am kritischsten, vor allem der Kanton Sarajevo, auch wenn der Wasserpegel des Flusses Miljacka nicht mehr steigt, treten die Ufer anderer Flüsse in Bosnien, wie z.B. in Doboj, über. Fast das komplette Gebiet der Republika Srpska, ausgenommen der südliche Teil, ist auch von starken Überschwemmungen betroffen.

Ähnlich schlimm ist die Situation in Bijelina, Janji, Zvornik und Bratnunac, wo die großen Wassermassen des Flusses Drina das Gebiet überfluten.
Die Wiener Diaspora ruft zu Spenden auf, am Samstag (17.5.) und Sonntag (18.5.) wird eine humanitäre Hilfsaktion durchgeführt. Mehr zu dieser Aktion finden sie hier.

Kroatien erlebt orkanartige Stürme – Slowenien in Bereitschaft

Während in Serbien und Bosnien gegen die Fluten gekämpft wird, erlebt Kroatien orkanartige Stürme, welche, laut Prognose, auch Slowenien erfassen werden. Aufgrund von Windgeschwindigkeiten von bis zu 150 km/h kam es zu einem Verkehrsverbot in den nördlichen Teilen der Jandranska Magistrala.

Dijaspora