Wien kämpft gegen Alkoholmissbrauch

22.10.2014

Die Stadt Wien startet kürzlich das Pilotprojekt “Alkohol 2020”, an welchem 500 Personen mit Alkoholproblemen teilnehmen.
Laut Forschungen sind 5 Prozent ÖsterreicherInnen alkoholsüchtig und rund 12 Prozent gelten als gefährdet. Umgerechnet auf Wien bedeutet das, dass zwischen 60.000 und 70.000 BürgerInnen alkoholbezogene Probleme haben. Alkoholmissbrauch ist Ursache vieler körperlichen und psychischen Krankheiten wie Lebererkrankungen, Krebs und Depressionen.

Alkoholismus wird oftmals erst in einem späten Stadium diagnostiziert. Vielen ist gar nicht bewußt, dass sie ein Alkoholproblem haben, oder halten dies geheim, was die rechtzeitige Diagnose der durch Alkohol verursachten Krankheiten und ihre Behandlung wesentlich erschwert.

“Alkohol 2020”

Das Projekt “Alkohol 2020” der Stadt Wien, in Zusammenarbeit mit der WGKK und der PVA, ist nun gestartet und hat den Kampf gegen gegen Alkoholmissbrauch zum Ziel. Der erste Teil des Projekts, in welchem 500 Personen mit Alkoholproblemen teilnehmen, begann im Oktober und wird ein Jahr lang andauern. Nach Ende der Pilotphase folgt eine detaillierte Evaluierung.Im Rahmen des Projekts “Alkohol 2020” werden die Erfahrungen im Kampf gegen Drogenmissbrauch genutzt. Die Besonderheit dieses Projekts ist die sogenannte “multidimensionale Diagnostik”, die nicht nur die gesundheitliche, sondern auch finanzielle, soziale und Wohnprobleme miteinbezieht, da diese oft Alkoholmissbrauch verursachen bzw. beinflussen. “Es nützt nichts, wenn jemand clean aus einer Therapie herauskommt und dann eine katastrophale Wohnsituation vorfindet“, unterstrich Sucht- und Drogenkoordinator Michael Dressel. Es ist geplant dieses Projekt bis Jahr 2020 in die Alltagspraxis einzuführen, nach Wien soll dieses Betreungssystem auch in den restlichen Bundesländern umgesetzt werden.

Dijaspora