Am Donnerstag startete der erste ÖBB-Güterzug von China nach Wien

13. Apr 2018 in 10:49

Die erste Fahrt des mit 44 Containern beladenen Güterzuges nach Wien startete am Donnerstag (12. April) von Chengdu, der Hauptstadt der chinesischen Provinz Sichuan. Er wurde von Bundespräsident Alexander Van der Bellen mit einem Festakt verabschiedet. In zwei Wochen wird er in Wien eintreffen.

Die folgenden rund 9.800 Kilometer werden den 600 Meter langen Containerzug durch China, Kasachstan, Russland, Ukraine, Slowakei und Österreich führen.  Am Umschlagsterminal Dobra an der ukrainisch-slowakischen Grenze erfolgt der Wechsel von Breit- auf Normalspur. In 13 Tagen wird er in Wien eintreffen.

Beladen ist die Gütergarnitur mit Elektronikgeräten, Maschinenteilen und Schlafsäcken. Oder wie es die chinesische Seite etwas salbungsvoller formulierte, bevor sich die Lokomotive mit einem schrillen Pfiff in Bewegung setze: „Es ist ein Zug voller Freundschaft und Hoffnung.“

Van der Bellen, der am letzten Tag seiner großen China-Reise den Zug verabschiedete, wies in seiner Rede darauf hin, dass der Güterverkehr per Bahn wesentlich umweltfreundlicher sei als beispielsweise jener mit Lkws und damit ein Beitrag zum Klimaschutz.

Der ÖBB-Chef Andreas Matthä betonte in einem Gespräch mit Journalisten, mit einer Reisezeit von rund zwei Wochen von China nach Europa sei diese Transportroute deutlich schneller als jene mit Schiffen, die in der Regel bis zu 40 Tagen brauchen.

 

95 Prozent werden derzeit übers Meer transportiert

Die Bundesbahnen sehen ein enormes Potenzial für die Eurasische Landbrücke. Denn über 95 Prozent des Frachtvolumens zwischen Asien und Europa würde derzeit auf den internationalen Seewegen per Containerschiff transportiert, teilte der Konzern mit.

Allerdings sei der Seeverkehr derzeit noch billiger. „Daran müssen wir arbeiten“, so Mattä.

 

Kapazitäten sollen ausgebaut werden

Die Route soll künftig verstärkt befahren werden. Jede Woche sollen laut Andreas Matthä sieben Züge zwischen China und Österreich verkehren.Die Zugsverbindung sei auch eine Chance für die österreichische Exportwirtschaft. Derzeit sind die Kapazitäten vor allem auf der Retourroute noch nicht ausgelastet. Bis 2020 soll die Zugsfrequenz zwischen China und Europa auf circa 2.000 pro Jahr gesteigert werden. Derzeit liegt sie etwa bei der Hälfte.

China forciert derzeit den Ausbau der „Neuen Seidenstraße“. Diese könnte letztlich bis nach Parndorf im Burgenland reichen, wo ein an die breitspurige Transsibirische Eisenbahn angeschlossener Güterbahnhof entstehen soll.

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