Gastarbeit: 50 Jahre GastarbeiterInnen in Wien

04.09.2014

Gestern wurde den früher GastarbeiterInnen, jetzt BürgerInnen Österreichs im Wiener Rathaus große Ehre und Dank erwiesen. Der Bundespräsident Heinz Fischer, der Wiener Bürgermeister Michael Häupl und die Stadträtin für Integration Sandra Frauenberger, Initiatorin dieser Veranstaltung, dankten den GastarbeiterInnen für ihren wichtigen Beitrag für Österreich.

Gestern Abend ging es sehr feierlich und emotional im Wiener Rathaus zu, es fand die Veranstaltung “Gerufen und gekommen” statt, welche die Stadt Wien anlässlich den 50. Jubiläums der ersten GastarbeiterInnen in Österreich organisierte. An der Festlichkeit nahmen höchste politische Vertreter der Stadt und des Bundes teil, welche keine Gelegenheit ausließen sich bei den vielen tausenden GastarbeiterInnen für ihren Beitrag zur Wiener bzw. österreichischen Wirtschaft und Kultur zu bedanken.
Vor das zahlreich erschienene Publikum im Festsaal des Wiener Rathauses trat zuerst die Wiener Stadträtin für Integration Sandra Frauenberger, welche unter anderem meinte, dass es unser aller Ziel sei gemeinsam in dieser Vielfalt zu leben und betonte gleichzeitig, dass es notwendig sei, den Erfolg jedes Bürgers/jeder BürgerInnen wertzuschätzen und dankbar für diesen zu sein.
“Die Stadt Wien ist Ihnen für vieles sehr dankbar”, so eröffnete der Wiener Bürgermeister Michael Häupl seine Rede. “Unter teilweise unnanehmbaren Umständen halfen Sie die Stadt zu dem zu machen, was sie heute ist” betonte Häupl und lobte den Mut der Menschen, ohne welche die Stadt Wiener mit Sicherheit um einiges ärmer wäre.
Der österreichische Bundespräsident Heinz Fischer erklärte, dass viele Projekte, welche in den vergangen 50 Jahren realisiert wurden, ohne die Arbeitskraft der GastarbeiterInnen nicht möglich gewesen wären. “Deshalb gilt Ihnen großer Dank. Auch wenn anfangs niemand glaubte, dass die GastarbeiterInnen im Land bleiben würden, so stellen ihre Nachkommen einen wichtigen Teil des heutigen Österreichs dar.” so Fischer, welcher die Geschichte der GastarbeiterInnen als “Erfolgsgeschichte” bezeichnete.
Nach dem gezeigten Film “Gekommen, um zu bleiben – 50 Jahre Gastarbeit” nahm der Bundespräsident Fischer auf sehr charakteristische Weise das Mikrofon und stellte den Filmakteuren, welche sich auf der Bühne befanden, einige Fragen. Zudem fragte Fischer die serbischen MigrantInnen nach kulinarische Tipps und meinte, dass er selbst mal das Restaurant “Beograd” besuchen müsse.
Durch die Festlichkeit führte Goran Novaković aus der MA 17 (Integration und Diversität) und Tülay Tuncel aus der Wirtschaftsagentur der Stadt Wien. Für ein tolles musikalisches Programm sorgte die Wiener Tschuschenkapelle.

50 Jahre Gastarbeit

Österreich erlebte in den 60er Jahren des vergangen Jahrhunderts einen großen Wirtschaftlichen Aufschwung und befand sich daher schnell in der Situation zu wenig Arbeitskräfte für die geplanten Projekte zu haben. Der Bund wandte sich daher an die Nachbarländer, um den Mangel an Arbeitskräften zu decken. Das erste Anwerbeabkommen wurde mit der Türker im Jahre 1964 abgeschlossen, zwei Jahre später wurde ein Abkommen mit dem ehemaligen Jugoslawien unterzeichnet. Heute, 50 Jahre später, gehören diese zwei MigrantInnengruppen, nach den Deutschen, zu den größten in Wien. Laut einiger Hochrechnungen leben in der Hauptstadt mehr als 156.000 Menschen aus dem ehemaligen Jugoslawien (95.000 aus Serbien und Montenegro, 38.000 aus Bosnien-Herzegowina, 23.000 aus Kroatien) und rund 75.000 Personen mit türkischer Herkunft.
Einen Einblick in die großartige Atmosphäre der Veranstaltung “Gerufen und gekommen” finden Sie in unserer Fotogalerie und im Rahmen einer Reportage in einer der nächsten Sendungen von Dijaspora uživo.

Dijaspora