„Wardrobing – Tragen und umtauschen“: Betrug oder Trend?

10.10.2017

Den neue Trend „Wardrobing“, frei nach dem Motto: „kaufen, tragen und umtauschen“, haben bereits viele „patentiert“. Die meisten von Ihnen haben wahrscheinlich noch nie vom Begriff „Wardrobing“ gehört und Ihnen wäre wohl nicht mal im Traum eingefallen dies zu tun. Dieser Trend erfreut sich immer größerer Beliebtheit, den meisten ist jedoch nicht bewusst wie groß der verursachte Schaden durch das illegale „Wardrobing“ ist.

Der Name „Wardrobing“ entstand durch eine Kombination der englischen Wörter für Garderobe und Raub und ist der neue Begriff für eine neue Entwicklung in der Modewirtschaft. Die Retournierung von bereits gekaufter und getragener Kleidung ist in Amerika bereits Gang und Gebe allerdings sind sich vielen des Betruges und dem Schaden, den Modegeschäften und Unternehmen, anrichten nicht bewusst.

Der durch „Wardrobing“ verursachte Wirtschaftsschaden in Amerika betrug im Jahr 2013 mehr als 6,5 Milliarden. Dieser Trend kam nun auch nach Europa. Die neusten Studien aus Großbritannien zeigen, dass bereits jede sechste Frau dort diesem Trend verfallen ist.

Was bedeutet „Wardrobing“?

Es ist bei einigen Frauen sehr beliebt teure Schuhe und Kleidung für einen besonderen Anlass, wie z.B. Hochzeiten, Bälle etc., „auszuborgen“ um diese mit fadenscheinigen Ausreden zu retournieren. Zum Beispiel wird die Sohle mit Klebeband beklebt um beim Tragen keine Gebrauchsspuren zu erzeugen. Dass, das Etikett nicht entfernt wird, nehmen die „Wardrobber“ in Kauf um auf den besonderen Anlässen bestmöglich auszusehen. Zudem gibt es einige die, die Kleidung mutwillig zerreißen oder beschädigen um einen Grund zu haben die Qualität beim Umtausch zu bemängeln. Es ist für viele unfassbar, welche Kreativität manche Damen diesbezüglich an den Tag legen. Viele haben sogar schon ein System: ein Produkt wird gekauft, zwei zurückgegeben. Sie sind oftmals schon beim Verkaufspersonal bekannt, immer adrett gekleidet, aber ihr Kleiderschrank eigentlich leer. Diese „Mietkleidung“ ist ja schließlich gratis!

Österreichische Firmen schweigen

Auch die österreichische Wirtschaft ist vor dem „Wardrobing“-Trend nicht gefeit, allerdings ist die Situation noch nicht so alarmierend wie z.B in den USA. Wenn man sich vor Augen hält, das laut österreichischem Gesetz kein Umtauschrecht ohne triftige Begründung besteht, stellt sich die Frage: „Wer ist schuld am wachsenden Trend, dem Wardrobing?“

Viele österreichische Geschäfte möchten sich nicht zu diesem Thema äußern um ein sauberes und gutes Image zu bewahren. Aus der Presseabteilung von C&A war zu hören, dass es in den meisten Filialen keine Probleme mit dem Umtausch gäbe und dass in die Ehrlichkeit der Kunden vertraut werde.

Die große Konkurrenz in der Textilbranche ist der Grund für die, oftmals sehr kulanten, Umtauschregeln in österreichischen Geschäften. Dies kann man auch an der unglaublich großen Geldsumme sehen, welche jährlich in die Aufbereitung und Reinigung von Umtauschware gesteckt wird um die Ware abermals verkaufen zu können.

Schlimmer ist die Situation in Versandhäusern, welche eine Umtauschquote von unglaublichen 50% verzeichnen, was laut inoffiziellen Quellen unter anderem am „Wardrobing“ liegt.

Dijaspora