Geldabheben vom Bankomaten (wieder) überall kostenlos

16.01.2018

In der Zukunft müssen Sie nicht mehr die Gebühr bezahlen, die von einigen Bankomat-Anbietern verlangt wird. Wir empfehlen Ihnen trotzdem vorsichtig zu sein, weil die Banken gegen diese neue Regelung schon protestieren.

Ab dem 13. Januar 2018 gilt Folgendes: die Hausbank darf nicht mehr den Klienten Gebühr für das Beheben vom Cash aus den Bankomaten weiter verrechnen. Das darf auch dann nicht mehr der Fall sein, wenn ihre Klienten jene Geldautomaten der Drittanbieter  verwenden, die dafür Geld verlangen. Ein Beispiel ist die Firma Euronet, die für jedes Abheben 1,95 Euro verlangt.

Die Banken protestieren, denn sie sehen keinen Grund dafür, für die Leistungen dritter Firmen zur Kassa gebeten zu werden, weshalb sie schon Verfassungsgerichtshof angerufen haben. Das Gericht soll festellen, ob diese Regelung rechtens ist. Bis dahin gilt jedenfalls Folgendes: wo immer Sie Bargeld abheben (also auch bei den Bankomaten der Fa. Euronet) ihre Hausbank ist nicht mehr verpflichtet, ist Ihre Hausbank nicht mehr befugt, Ihnen die verrechnete Gebühr vom Konto abzubuchen.

Das Recht, dafür Geld von Klienten zu verlangen, haben nur jene Geldinstitute, die mit Klienten einen Vertrag abgeschlossen haben (oder einen solchen jetzt abschließen), dessen Führen etwas billiger ist, aber auch zusätzliche Kosten beinhaltet. Alle anderen Vertragspartner (von denen es die meisten gibt) haben das Recht, dort Geld abzuheben, wo sie es wollen und ihre Hausbank darf von ihnen dieses Geld nicht verlangen. Denn die Bankomat-Leistungen sind schon im Kontoführungspreis inbegriffen!

Wer aber Missverständnisse und Streit mit seiner Hausbank vermeiden möchte, sollte einfach die Euronet-Geldautomaten meiden. Wenn jemand dort abhebt, wird er sowieso vor der endgültigen Bestätigung gefragt, ob er damit einverstanden ist, für die Leistung 1,95 Euro zu bezahlen. Wenn Sie “nein” sagen, wird die Transaktion unterbrochen. Falls sie aber “Ja” sagen (weil Sie es zum Beispiel eilig haben und es keinen anderen Automaten in der Nähe gibt), dürfte Ihnen ab dem 13. Januar 2018. keine österreichische Bank dafür Geld verlangen! Es ist aber schwer anzunehmen, dass Geldinstitute damit weiter leben wollen, was auch ihr schon erfolgter Anruf der Verfassungsgerichtshofes beweist.

Dijaspora