Mangel an Personal in ganz Österreich

30.03.2018

Die Prognosen für eine weitere Steigerung von Gäste- und Nächtigungszahlen trübt der Mangel an Fachkräften, der in manchen  Regionen Österreich eklatant ist.

Die österreichische Hauptstadt verzeichnet im heurigen Februar einen neuen Bestwert: Die Gästenächtigungen stiegen um 8,1 % auf 852.000. Die meisten ausländischen Gäste kamen aus Deutschland.

Im Jahr 2017 zählte Wien mehr als 7 Millionen Touristen (7.099.233 Besucher, davon 5.549.059 aus dem Ausland), mit insgesamt 15.512.730 Nächtigungen. Die meisten Touristen vom Westbalkan waren jene aus Serbien (77.514) und Kroatien (41.919). Im Österreichvergleich liegt Wien hinter Tirol und Salzburg auf Platz drei.

 

Tourismus in Österreich boomt, es fehlt an Personal

Auch in ganz Österreich stieg die Zahl der Übernachtungen in den Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen 2017 um weitere 2,5 Prozent auf 144,4 Millionen. In Summe erhöhte sich die Zahl der Urlauber um 3,8 Prozent auf rund 43,1 Millionen.

Die Prognosen für eine weitere Steigerung von Gäste- und Nächtigungszahlen trübt der Mangel an Fachkräften, der in manchen  Regionen Österreich eklatant ist. Manche Hotels haben wegen Personalmangel sogar ganze Stockwerke sperren müssen.

Gesucht werden vor allem Köche und Kellner, aber auch Hilfskräfte. Allein in den sieben Jahren von 2016 bis 2023 werden in Österreich in Summe voraussichtlich 7.000 Köche und 9.100 Kellner zusätzlich gesucht. Insgesamt muss die Beherbergungs- und Gastronomiebranche in dem Zeitraum 36.000 zusätzliche Beschäftigte finden, 9.200 davon allein in Wien.

Als Grund für den Mitarbeitermangel in Gastronomie und Hotellerie wird immer wieder die angeblich schlechte Bezahlung angeführt. Tatsächlich wird die Branche erst heuer im Mai den Mindestlohn von 1.500 Euro brutto für eine Vollzeitbeschäftigung erreichen. Von der Anhebung würde rund die Hälfte der 220.000 Beschäftigten profitieren, rechnete kürzlich die Gewerkschaft vida vor.

 

40 Prozent weniger Lehrlinge

Es wollen auch immer weniger eine Lehre im Tourismus anfangen – in den zehn Jahren zwischen 2006 und 2016 verringerte sich die Anzahl der Lehranfänger in der Branche laut Statistik Austria um fast 40 Prozent von 5.268 auf 3.161. In der gesamten Wirtschaft sei die Lehrlingszahl in dem Zehnjahreszeitraum aber nur um 23 Prozent von 45.155 auf 34.608 zurückgegangen.

In der letzten Kollektivvertragsrunde wurde eine Anhebung der Lehrlingsentschädigung um bis zu 30 Euro im Monat beschlossen.

Dijaspora