Wiener Märkte: von glänzend bis düster

29.03.2018

In Wien gibt es 22 Märkte, auf welchen hauptsächlich Lebensmittel angeboten werden. Das Spektrum reicht dabei von kleineren Märkten, die hauptsächlich als Nahversorger dienen, bis zu großen Märkten, die Woche für Woche tausende Einheimische und Gäste anziehen. Viele Märkte bieten auch Gastronomiebetriebe, die rund um den Einkauf zum Verweilen einladen.

Obst- und Gemüsestände am Naschmarkt (4., Wienzeile)

Obwohl auch die Gemüse- und Obstabteilungen in den Wiener Supermärkten gut sortiert sind, sind die klassischen Märkte in den einzelnen Bezirken nach wie vor wichtige Nahversorger. Sie haben auch eine soziale Funktion. Weil es ja dort doch eher familiär ist und man kennt sich dann auch untereinander. Es ist nicht so anonym. Das macht die kleineren Bezriksmärkte interessant.

Einige, wie der Naschmarkt, werden täglich von Tausenden Menschen besucht, während andere ihr tristes Dasein friste, etwa der Karmelitermarkt im 2. Bezirk.

Naschmarkt jetzt auch mit Mottomärkten

Der Wiener Naschmarkt ist der meistbesuchte Markt der Bundeshauptstadt, der nach mehrjähriger Sanierung in vollem Glanz erstrahlt. Wöchentlich werden dort rund 65.000 Besucher – Einheimische, aber auch viele Toursten – gezählt.  Von den über 120 Ständen sind knapp 40 Gastronomiebetriebe.

Um den Markt noch interessanter zu machen, plant das Marktamt sogenannte Mottomonate. Bier und Honig, aber auch Chili und Insekten – alles aus Wien. Das gibt es beim ersten Mottomarkt am Naschmarkt, der vom 5. bis 7. April jeweils von 8.00 bis 18.00 Uhr über die Bühne geht. Zwei Mal am Tag gibt es auch Live-Musik.

Bis Oktober soll jeden Monat ein Markt zu einem anderen Motto stattfinden. Als weitere Mottos plant das Marktamt zum Beispiel im Mai den Muttertag oder im Sommer einen Markt für Kinder. Im Herbst soll unter anderem das Erntedankfest Thema sein.

Karmelitermarkt fristet sein Dasein

Ganz anders der Karmelitermarkt im 2. Bezirk. Es ist einer der ältesten noch bestehenden Märkte Wiens und besteht offiziell seit 1891. Frische Lebensmittel und Gastronomie sind hier zu finden, an Freitagen und Samstagen gibt es zusätzlich einen Bauernmarkt. Viele Marktstandler beklagen jedoch, dass vor allem unter der Woche nicht viel los ist. „Bis Samstag ist es ein toter Markt“, kritisiert Verkäufer.

Die Gründe liegen zum Einen darin, dass das Marktgehen, wie einige Verkäufer meinen, etwas in Vergessenheit geraten ist. In den Supermärkten gibt es so ziemlich alles, und man kann sich selber die Ware aussuchen.

Und zum Anderen sind auch die neuen Parkregelungen rund um den Markt an der Misere schuld. Die Autos dürfen nicht mehr rein und die Kunden fahren dann eben woandershin einkaufen. Es gibt zwar eine Tiefgarage, aber, Hand aufs Herz, wer fährt schon in die Garage, wenn man nur kurz ein paar Sachen kaufen möchte.

Dijaspora